Jedes Gerät, das unsere Werkstatt wieder verlässt, muss nicht neu gebaut werden. Wir zeigen offen, was das bewirkt — und wie wir es berechnen.
Wir sind eine Reparaturwerkstatt. Unser Geschäft ist es, Dinge wieder in Gang zu bringen, die andere längst abgeschrieben hätten — vom Smartphone mit gebrochenem Display bis zum E-Scooter, dessen Akku nach drei Jahren schlappmacht.
Dahinter steht eine einfache Überzeugung: Die umweltfreundlichste Produktion ist die, die gar nicht erst stattfindet. Ein Gerät, das nach der Reparatur weiterläuft, spart nicht ein bisschen Material — es macht eine komplette Neuherstellung überflüssig, samt Rohstoffabbau, Chipfertigung und Transport um den halben Globus.
Deshalb arbeiten wir daran, den Anteil dessen, was wir reparieren können, laufend zu vergrößern: mehr Gerätekategorien, mehr Ersatzteile auf Lager, häufiger Reparaturen auf Bauteilebene statt Austausch ganzer Baugruppen. Jede Reparatur, die dadurch zusätzlich möglich wird, ist ein Gerät weniger im Elektroschrott.
Elektroschrott wächst weltweit schneller als fast jeder andere Abfallstrom. Ein repariertes Gerät landet nicht darin, sondern geht zurück zu seiner Besitzerin oder seinem Besitzer.
Bei Elektronik steckt der größte Teil der Klimawirkung in der Herstellung — nicht im Stromverbrauch während der Nutzung und nicht in der Entsorgung. Genau dieser Posten fällt bei einer Reparatur weg.
In jedem Gerät stecken Kobalt, Gold und seltene Erden, deren Abbau ökologisch wie sozial teuer erkauft ist. Was nicht neu gebaut wird, muss auch nicht neu gefördert werden.
In Echtzeit aktualisiert aus unseren abgeschlossenen Aufträgen.
Wer die Zahlen oben nebeneinander sieht, stutzt zunächst: ein paar Dutzend Tonnen vermiedener Elektroschrott — und das Vielfache davon an CO₂. Der Grund ist, dass die beiden Werte völlig unterschiedliche Dinge messen.
Der Elektroschrott ist eine Waage. Er sagt, wie viele Kilogramm Material nicht im Müll gelandet sind. Eine physische Größe, mehr nicht.
Das CO₂ ist eine Ersparnis. Es beziffert die Emissionen, die die Herstellung eines Ersatzgeräts verursacht hätte und die nun schlicht nicht anfallen.
Und die Herstellung von Elektronik hängt kaum am Gewicht. Ein Smartphone bringt rund 180 Gramm auf die Waage, seine Produktion aber etwa 55 Kilogramm CO₂e — das Dreihundertfache seiner eigenen Masse. Verantwortlich dafür sind die Vorstufen: Halbleiterfertigung im Reinraum, Gewinnung und Raffination der Metalle, Logistik über mehrere Kontinente.
Ein Verhältnis von 40 : 1 und mehr zwischen CO₂ und Gerätegewicht ist für einen Elektronikbetrieb daher der Normalfall. Eine Werkstatt, die schwere Metallteile instand setzt, käme auf völlig andere Relationen.
Gezählt wird jedes Gerät, das bei uns repariert oder untersucht wurde. Stornierte Aufträge fließen nicht ein. Aus dieser Stückzahl leiten sich alle drei Kennzahlen ab.
Elektroschrott (kg) = Summe der Gerätegewichte
Die Gewichte stammen aus den hinterlegten Modelldaten. Geräte, für die noch kein Gewicht erfasst ist, zählen in der Stückzahl mit, aber nicht im Gewicht — die Zahl fällt damit eher zu niedrig als zu hoch aus.
CO₂ (kg) = Summe der Faktoren je Gerätekategorie
ohne hinterlegten Faktor: CO₂ (kg) = Gerätegewicht in kg × 25
Maßgeblich ist der Faktor der jeweiligen Kategorie. Er gibt an, wie viel CO₂e die Herstellung eines vergleichbaren Neugeräts verursacht — die Werte stehen weiter unten. Für Kategorien ohne eigenen Faktor rechnen wir ersatzweise mit 25 Kilogramm CO₂e je Kilogramm Gerätegewicht, einem bewusst zurückhaltend gewählten Durchschnitt für Unterhaltungselektronik.
Seltene Erden (kg) = Gerätegewicht in kg × 0,02
Hier arbeiten wir mit einer Pauschale von zwei Prozent des Gerätegewichts. Der tatsächliche Anteil kritischer Rohstoffe schwankt je nach Gerätetyp erheblich — das ist die gröbste unserer drei Kennzahlen, und wir weisen sie deshalb nicht prominent aus.
Diese Werte beziffern, wie viel CO₂e die Herstellung eines durchschnittlichen Neugeräts der jeweiligen Kategorie verursacht — und damit, was eine Reparatur einspart. Sie stützen sich auf veröffentlichte Ökobilanzen und Herstellerangaben und sind bewusst am unteren Rand der dort genannten Spannen angesetzt.
Computer300 kg
Notebook250 kg
E-Scooter150 kg
Spielekonsolen90 kg
Tablet90 kg
Beamer80 kg
VR-Headset80 kg
Drohne70 kg
Roboter70 kg
Saugroboter70 kg
Kamera60 kg
Smartphone55 kg
Objektiv30 kg
Gimbal25 kg
Radio25 kg
ControllerErsatzwert
Angaben in Kilogramm CO₂e je Gerät. Kategorien ohne eigenen Faktor — derzeit Controller — rechnen mit dem Ersatzwert von 25 kg CO₂e je Kilogramm Gerätegewicht.
Die Werte auf dieser Seite sind keine Hochrechnung und keine Branchenschätzung. Sie sind die Summe unserer tatsächlichen Reparaturvorgänge: Jeder abgeschlossene Auftrag aus unserer Werkstattsoftware fließt ein, sobald er fertig ist. Die Zahlen aktualisieren sich dadurch laufend — was Sie oben sehen, ist der Stand von jetzt.
Keine zertifizierte Klimabilanz. Unsere Angaben veranschaulichen eine Größenordnung. Sie sind weder nach ISO 14067 noch nach dem GHG Protocol geprüft und taugen nicht als Nachweis gegenüber Dritten.
Die zentrale Annahme steckt im Wort „stattdessen". Wir unterstellen, dass jedes reparierte Gerät andernfalls durch ein neues ersetzt worden wäre. In Wirklichkeit hätte ein Teil unserer Kundinnen und Kunden gar kein Ersatzgerät gekauft. Das ist die größte Unsicherheit in der ganzen Rechnung — größer als jede Ungenauigkeit bei den Faktoren.
Die Reparatur selbst ist nicht gegengerechnet. Ersatzteile, Versand und der Betrieb der Werkstatt verursachen ebenfalls Emissionen. Gegenüber einer Neuproduktion fallen sie gering aus — abgezogen sind sie in den Zahlen oben aber nicht.
Wir halten diese Einschränkungen für wichtig genug, sie hier zu nennen, statt eine Genauigkeit zu behaupten, die es nicht gibt. Wer nachrechnen möchte, findet oben alle Formeln und Faktoren.